Heilfasten und die Wirkung auf den Körper

Beim Fasten verzichtet eine Person völlig oder teilweise auf Nahrungs- sowie Genussmittel. Der Organismus reagiert auf den Entzug und stellt die Energieversorgung des Körpers um: Wasser, Zucker, Eiweiß und Fettreserven werden aufgebraucht. Seit Jahrtausenden verwenden zahlreiche Kulturen unterschiedliche Kuren und Ritual zur Reinigung von Körper, Geist und Seele. Im alten Ägypten galten Nahrungsmittel wie Fisch und Bohnen als Sitz von Geistern. Der Verzicht sollte reinigend auf den Körper wirken und negative Energien abstoßen. Jesus Christus fastete 40 Tage lang in der Wüste um sich auf seine Aufgaben vorzubereiten, ebenso Siddhartha während seiner Erleuchtung. Sie inspirieren Tausende von Gläubigen, es ihnen gleichzutun und spirituelle Ekstase sowie Erleuchtung zu erfahren. In den letzten Jahren etablierten sich vermehrt Formen des therapeutischen Fastens und mit Hungerstreiks bzw. politischem Fasten auch neue Ausdrucksformen von Protest. Die Beweggründe für das Fasten sind vielfältig. Egal mit welcher Motivation die Fastenkur begonnen wird, die Auswirkungen auf den Körper sind die Gleichen.

Die wichtigste Energiequelle: Nahrung

Unser Körper gewinnt Energie aus Fett, Eiweiß und Zucker. Das Gehirn benötigt für seine Arbeit hauptsächlich Zucker und speichert für magere Zeiten Reserven in der Leber und Muskeln. Kommt keine Nahrung mehr im Magen an, wird automatisch auf den Hungerstoffwechsel umgeschaltet. Nach 48 Stunden sind die Zuckerspeicher leer, der Blutdruck sinkt und der Körper verliert Wasser. In der Leber wird nun Eiweiß aus den Muskeln in Zucker umgewandelt. Parallel greift der Körper auf die Fettreserven zu und beginnt sie zu verarbeiten. Während des Fettabbaus werden Säuren im Blut vom Körper über Atemluft und Schweiß abgestoßen – Ein unangenehmer Körpergeruch entsteht. Die weiteren Folgen sind Gewichtsverlust und ein veränderter Stoffwechsel. Damit das Fasten sich nicht schädlich auf den Körper auswirkt, sind einige Tage Vorbereitung, eine gezielte Darmentleerung und viel Flüssigkeitsaufnahme wichtig. Ein Beratungsgespräch beim Hausarzt stellt sicher, dass Sie die gesundheitlichen Anforderungen erfüllen und sollte von kranken und älteren Personen unbedingt vor der Kur durchgeführt werden.

Bestandteile der Fastenkur

Die Fastenkur nach Dr. Buchinger ist eine der bekanntesten und beliebtesten Varianten in Deutschland. Auf alles, was nicht lebensnotwendig ist, wird über einen bestimmten Zeitraum verzichtet. Hierzu gehören auch Kaffee, Drogen, Fernsehen und Rauchwaren. Bei der Methode werden ausschließlich Gemüsebrühe, Obst- sowie Gemüsesaft, Wasser, Tee, Honig und Zitrone dem Körper zugeführt. Die Therapie strebt eine Balance zwischen Bewegung und Entspannung an. Ein weiterer Bestandteil der Kur das Loslösen von Zeit und die Begegnung mit sich selbst. Das natürliche Verhalten steht im Vordergrund: Was benötigt mein Körper, wonach verlangt er? Leberwickel und Darmreinigungen helfen dabei, die gelösten Stoffe und Bakterien auszuscheiden. Pro Tag verliert der Fastende circa 400g Gewicht. Länger als 7 Tage sollte niemals ohne ärztliche Beobachtung gefastet werden, da sonst der Herzmuskel und andere Organe geschädigt werden.

Das Fasten ist immer ein enormer Eingriff in den Organismus. Die psychologischen Effekte beim Nahrungsentzug sollten nicht unterschätzt werden. Die Kommunikation sowie soziale Beziehungen und das sexuelle Interesse können sich verändern. Depressionen und Schlafstörungen können während der ersten Tage auftrete. Bei einer Umstellung helfen Fastenberater und der Austausch mit anderen Fastenden. In Freiburg bietet www.erlebnisfasten.de jeden Tag Gruppentreffen für Interessierte an. Bei den Treffen werden wissenswerte Informationen zum Thema gesunde Ernährung, Fastentipps sowie Bewegungsprogramme zur Fastenergänzung angeboten. Inzwischen sehr beliebt als Urlaubsvariante: Fastenwandern. Diese Variante ist am besten geeignet für Personen, denen die Umstellung besonders schwer fällt: Abseits vom Alltag, Gewohnheit, Lärm und Hektik wird in einer kleinen geführten Gruppe das Fastenwandern zu einem erfrischenden Erlebnis.